Theodor Kullak

Theodor Kullak (* 12. September 1818 in Krotoschin bei Posen; † 1. März 1882 in Berlin) war ein deutscher Pianist, Klavierlehrer und Komponist.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Kullak bei Albert Agthe in Posen. Im Alter von 8 Jahren erregte er die Aufmerksamkeit von Fürst Anton Radziwiłł, der es ihm ermöglichte, mit 11 Jahren zusammen mit der Sängerin Henriette Sontag aufzutreten. Sein Klavierspiel gefiel dem König und er erhielt eine Börse mit 30 Goldstücken. Fürst Radziwill sorgte dafür, dass Kullak eine Schulbildung in Züllichau erhielt. 1833 starb der Fürst. Nach des Vaters Willen musste er nun nach Berlin, um Medizin zu studieren und sich seinen Lebensunterhalt durch Musikunterricht zu verdienen. Der Graf Gustav Adolf Wilhelm von Ingenheim führte ihm Schüler zu und ermöglichte so, dass er bei Wilhelm Taubert Klavierunterricht und bei Siegfried Dehn Unterricht in Harmonielehre nehmen konnte.
Weitere Hilfe kam von hochgestellten Personen. Dieses Mal setzte sich die Ober-Hofmeisterin, Frau Hermine von Massow, für ihn ein. Es gelang ihr, König Friedrich Wilhelm IV. zu einem Geschenk von 400 Thalern zu bewegen, damit er seine Musikstudien fortsetzen konnte. 1842 kehrte er dem Medizinstudium den Rücken und reiste nach Wien.
Von 1842 bis 1843 studierte Kullak bei Simon Sechter, Otto Nicolai und Carl Czerny in Wien. Nach einer erfolgreichen Konzert-Tournee durch Österreich wurde er 1843 Klavierlehrer der Prinzessinnen und der Prinzen des königlichen Hauses in Berlin und erhielt 1846 den Titel eines königlichen Hofpianisten, der gut dotiert war. Er war der angesehenste Klavierlehrer seiner Zeit in Berlin.
1850 gründete er gemeinsam mit Julius Stern und Adolf Bernhard Marx das Stern’sche Konservatorium. Dieses verließ er im Jahre 1855, um die Neue Akademie der Tonkunst zu gründen, die er bis zu seinem Tode leitete. Sie war auf die Pianistenausbildung spezialisiert und war bald das größte deutsche Privatinstitut für Musikerziehung. Für den Unterricht verfasste er auch Schriftenreihen, wie
1880 feierte die Neue Akademie der Tonkunst ihr 25-jähriges Bestehen mit 100 Lehrern und über 1000 Schülern. Darunter befanden sich: Hans Bronsart von Schellendorf, Alfred Grünfeld, Erika Lie, Louis Maas, Martha Remmert, Emil Liebling, Edward Baxter Perry, Nikolai Grigorjewitsch Rubinstein, Neally Stevens, Constantin Sternberg, John Orth, August Hyllested, Adele Aus der Ohe, William Sherwood, Hans Bischoff, Moritz Moszkowski, James Kwast, Théo Ysaÿe sowie Xaver und Philipp Scharwenka.
Ihm folgte sein Sohn Franz Kullak nach, der der Akademie bis zu deren Auflösung 1890 vorstand.
Die Musik-Lexika jener Zeit berichten übereinstimmend, dass Kullak als der Erfinder der sogenannten Transkriptionen, d. h. Bearbeitungen von Liedern und Opernarien oder ganzen Szenen für Pianoforte, anzusehen sei.
Kullak komponierte neben etwa 130 sehr effektvollen Salonstücken eine Klaviersonate, eine Klaviersinfonie, ein Klavierkonzert sowie Werke für Klavier und Violine.

Hogan

Der Hogan (Navajo hooghan, [hoːɣan]) ist das traditionelle Wohnhaus der Diné.
Die ursprüngliche Form war ein kuppelförmiger runder Bau. Das Gerüst bildeten aufrecht in den Boden gesetzte Baumstämme, die mit Lehm oder Erde gedeckt wurden. Es kam überwiegend das Holz der Piñon Pine (Pinus edulis) zum Einsatz, einer bis 10 m hoch werdenden Kiefernart der Halbwüsten.
Heute sind die Hogans meist sechs- oder achteckig und haben einen Durchmesser von rund 8 Metern. Der Eingang zeigt immer nach Osten, damit die Bewohner die aufgehende Sonne und damit den neuen Tag begrüßen können. Nach traditioneller Bauweise werden sie noch immer aus Baumstämmen errichtet, die sich an den Ecken überkreuzen. Die Fugen der Seitenwände werden mit Lehm ausgefüllt, das Dach mit einer dicken Erdschicht gedeckt. Mittlerweile werden auch Stein und Zement als Baumaterial verwendet, aber die Grundform und die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen werden immer beibehalten.
Hogans sind jedoch nicht nur Wohnstatt und Raum für zeremonielles Geschehen, sie gelten auch als heiliger Ort. Insbesondere, wenn jemand in einem Hogan verstorben ist. Der Verstorbene darf nicht durch den Eingang hinausgebracht werden. Entweder wird dafür auf der Nordseite ein Loch in die Wand gebrochen oder der Verstorbene bleibt im Hogan, der dann zur Grabstätte wird. Dann wird der Eingang verschlossen und es wird niemand ihn jemals wieder betreten.

Bembecinus tridens

Bembecinus tridens ist ein Hautflügler aus der Familie der Crabronidae.

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 7 bis 11 Millimetern. Ihr Körper ist schwarz-gelb gefärbt. Die gelbe Binde auf dem ersten Tergit des Hinterleibs ist fast immer durchgehend, was die Art von Bembecinus hungaricus unterscheidet, deren Binde unterbrochen ist. Die Cubitalzelle 2 ist ungestielt.
Die Art kommt in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa und östlich bis nach Zentralasien vor. Die nördliche Grenze ihrer Verbreitung verläuft durch den Norden Deutschlands. Sie besiedelt Flugsandgebiete und Silbergrasfluren. Die Tiere fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Ende August. Die Art kommt in Mitteleuropa sehr selten vor.
Die Weibchen von Bembecinus tridens betreiben Brutpflege und haben eine ähnliche Lebensweise wie die Kreiselwespe (Bembix rostrata). Das Ei wird in der Zelle abgelegt und erst anschließend wird die Nahrung, kleine Zikadenarten, eingebracht. Die Art wird von Hedychrum chalybaeum parasitiert.

Town House Galleria

Das Town House Galleria, heute Seven Stars Galleria ist ein Luxushotel in Mailand. Das im März 2007 eröffnete Hotel befindet sich in der mondänen Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II, welche 1867 erbaut wurde.
Bei der Eröffnung hat es sich durch SGS Italy, geführt von Duilio Giacomelli, ein Sieben-Sterne-Zertifikat ausstellen lassen. Die Société Générale de Surveillance kennt ansonsten nur fünf Sterne in ihrer Hotelklassifizierung, und die Zertifizierung wurde nicht erneuert. Die sieben Sterne lassen das Hotel jedoch auf dem gleichen Niveau wie das Burj-al-Arab-Hotel in Dubai und dem Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi erscheinen – zwei Hotels auf der Welt, die mit einem 7-Sterne-Status für sich werben, jedoch ohne Zertifizierung. Es wird allgemein als Fünf-Sterne-Hotel geführt. Das Hotel gehörte zeitweise zum Verbund The Leading Hotels of the World.
Das Hotel hat 25 Suiten, wobei jede anders eingerichtet ist. Für jeden Gast steht ein Butler zur Verfügung.
45.4658333333339.1897222222222Koordinaten: 45° 27′ 57″ N, 9° 11′ 23″ O

Georges Breny

Georges Breny, geboren als El Hedi Ben Abdallah (* 24. Juni 1930 in Tunis; † 16. September 2005 in Köniz, ab 1959 heimatberechtigt in La Chaux-de-Fonds) war ein Schweizer Politiker (NA).
Georges Breny wurde als Sohn eines tunesischen Postbeamten und der Schweizerin Eugenie Breny in Tunis geboren. Seine Mutter, deren Namen er annahm, kehrte 1931 in die Schweiz zurück und liess sich in La Chaux-de-Fonds nieder. Breny besuchte die Sekundarschule und absolvierte danach eine Berufslehre als Elektromechaniker. Er war von 1958 bis 1965 als Acheveur in einer Uhrenfabrik und von 1965 bis 1993 als Tramführer in Bern tätig.
Georges Breny war Gründungsmitglied der Kantonalpartei der Nationalen Aktion im Kanton Bern. Da von Gesetzes wegen der Wohnort eines Kandidaten nicht auf den Wahllisten für den Nationalrat angegeben werden musste, setzte die NA Breny, trotz seines Wohnorts Bern, bei den Nationalratswahlen von 1971 auf die Liste des Kantons Waadt. Die Waadtländer Bevölkerung wählte ihn schliesslich in den Nationalrat, obwohl Breny dieser Kanton weitgehend unbekannt war. Am Schluss hatte er von 1971 bis 1975 Einsitz.
Sein politisches Handeln ging von einer, aus seiner Sicht, drohenden ökologischen und demografischen Katastrophe aus. Er engagierte sich als radikaler Umweltschützer und kämpfte gegen die Industrialisierung, die wirtschaftliche Expansion, gegen den Verkauf von Grundstücken an Ausländer, sowie gegen die erleichterte Einbürgerung. Als erster Parlamentarier forderte er ein Verbot für die Zerstörung der Ozonschicht durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe.

Ruden (Insel)

Der Ruden ist eine Insel in der Mündung des Peenestroms vor der zu Mecklenburg-Vorpommern gehörenden Ostseeküste. Der Ruden befindet sich auf dem südlichen Ende der Greifswalder Boddenrandschwelle, dem Rest eines Endmoränenrückens. Durch die Boddenrandschwelle verlaufen als Fahrrinnen das Landtief nördlich des Rudens und das Osttief östlich und südlich des Rudens. Verwaltungstechnisch gehört die Insel zur Gemeinde Kröslin.

Die flache Insel ist von Nord nach Süd 2,3 Kilometer lang. Die maximale Breite der Insel beträgt 395 Meter. Die Fläche beträgt 24 Hektar. Der südliche Teil mit einer Länge von 1,33 Kilometern ist eine stellenweise nur fünf bis sechs Meter, jedoch nirgends mehr als 40 Meter breite sandige Halbinsel (eher eine Sandbank), die durch Bruchsteine und Bruchsteinbuhnen vor Wellenerosion geschützt wird. Am südlichen Ende der Hauptinsel steht ein 20 Meter hoher Backsteinturm, der als Beobachtungs- und Messturm für Peenemünde erbaut wurde. Hier ist die Insel nur 1,9 Kilometer von der Küste beim Peenemünder Haken entfernt.
Der Name „Ruden“ leitet sich vermutlich vom slawischen Wort „Rudin“ (von „rod“ = Geschlecht, Stammbaum, Heimat) oder „rotŭ“ für Rodeland ab, auch „ruda“ für Eisenerz wäre möglich. Eine Herleitung aus dem germanischen „Rud-ön“ (von rod = Wurzel oder entwurzeln, roden) ist nicht ausgeschlossen.
Die Bedeutungen fließen im Indoeuropäischen (r-d = aus, heraus, von im Sinne von „Herkunft, Ursprung“) zusammen.
Mit dem Namen „Ruden“ wurde die Insel erstmals 1618 in der Lubinschen Karte bezeichnet.
Aus dem Jahr 1254 findet sich mit dem „portus ruden“ die erste urkundliche Erwähnung. Unklar bleibt dabei, in welcher Form ein Zugang („portus“) nach Greifswald oder Stralsund bestand. Denn: In der heimatkundlichen Literatur bildete eine angeblich früher bestehende und in der Allerheiligenflut 1304 durch die Ostsee zerstörte Landverbindung vom Ruden zu der zu Rügen gehörenden Halbinsel Mönchgut einen beliebten Stoff, der mit Sagen und Erzählungen ausgeschmückt wurde. Dem liegen Mitteilungen in zwei Stralsunder Chroniken aus dem 15. Jahrhundert zugrunde, wonach dieses Sturmhochwasser in der Greifswalder Boddenrandschwelle eine Fahrrinne namens Neues Tief, später Westertief genannt und bis ins 19. Jahrhundert genutzt, neu geschaffen hat. Später, ab Johann Berckmann und Thomas Kantzow, wurde diese Überlieferung im Sinne einer Abtrennung des Rudens von Rügen missverstanden. Eine neuere Untersuchung lässt unter Einbeziehung geomorphologischer Küstenveränderungen der jüngeren Erdgeschichte und des Mönchgrabens, als Grenzbefestigung in seiner Lage und südlichen Ausrichtung, eine Landverbindung zwischen Rügen und dem Ruden im Mittelalter durchaus zu.
Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Ruden von Dänen und Schweden als Zoll- und Lotsenstation genutzt. Nach dem Großen Nordischen Krieg gehörte die Insel wohl zum schwedischen Vorpommern, davon zeugt der Plan zur Befestigung der Insel von 1730. Anscheinend wurde die Befestigung aber nicht ausgeführt, denn auf der Insel sind davon keine Spuren erkennbar.
1865 hatte der Ruden 38 Einwohner in fünf Familien, es gab eine Schule, fünf Wohn-, zwei Fabrik- (wohl die Lotsentürme) und zwölf Wirtschaftsgebäude.
In den folgenden Jahrhunderten wurde die Insel durch die Meereserosion ständig, vor allem an der Nordküste, kleiner. Sie ging in den letzten 200 Jahren und rund 800 bis 900 Meter zurück. Dieses Material lagerte sich sukzessive im Süden der Insel an und bildete den charakteristischen Haken aus, der zum Ende des 19. Jahrhunderts rund 1,3 km lang war. Während des Sturmhochwassers von 1872 wurden an der Ostküste etwa 20 bis 26 Meter weggespült. Die Häuser standen gut einen Meter unter Wasser. Das Vieh konnte nur gerettet werden, in dem man es auf den Dachboden der Häuser trieb. Vermutlich auf Grund der Sturmflut schloss die Schule vorläufig und wurde erst 1890 wieder eröffnet. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Haken in ungefähr zwei gleich große Teile zerrissen. 1877 entstand ein erster, 400 Meter langer Steinwall an der Nordküste der Insel. Danach wurde ab 1894 mit dem Aufbau eines Schutzwalls begonnen, um die Insel als Lotsenstützpunkt zu erhalten. Nach einem weiteren Sturmhochwasser im Jahr 1904, das wiederum Landverluste zur Folge hatte, wurden die Schutzdeiche weiter verstärkt. Dabei kam es zu einer großflächigen Zerstörung der Dünen, 70 Jahre alte Bäume wurden entwurzelt. Durch die Anpflanzung von Kiefern wurde versucht den Sand auf der Insel zu binden, zum anderen diente er als Windschutz. Es war der erste Versuch, den Ruden dauerhaft zu retten. Er war zu dieser Zeit von 88 Personen bewohnt. 1905 begann die Sanierung des südlichen Hakens. Ein Ringdamm schützt den Nordteil der Insel und im Süden verhindern eingebrachte Bruchsteine und Bruchsteinbuhnen eine drohende Abspülung.
Im November 1900 entstand ein Rettungsschuppen mit einer Slipanlage. Auf Schienen konnte ein Rettungsboot so unter Leitung des Oberlotsen in die Ostsee gebracht werden. Sie retteten bis 1942 insgesamt 36 Personen aus Seenot, bevor der Schuppen vermutlich im Zuge des Baus des Messturms abgerissen wurde.
1907 empfahl die Universität Greifswald, das Trinkwasser für die Kinder nicht mehr aus dem vorhandenen Brunnen zu fördern, sondern vom Festland einzuführen. Die Mitarbeiter des Hygienischen Instituts der Universität bemängelten die schlechte Qualität des Wassers. 1908 wurde eine Auffangfläche für Regenwasser aus Beton gebaut und es wurde mit Hilfe einer 15 cm dicken Schicht aus Kies gefiltert. Die Fläche war mit einer Dachpappe ausgekleidet und daher war das so gewonnene Wasser nicht genießbar. Erst nachdem die Pappe entfernt war konnte es als Trinkwasser genutzt werden. 1912 wurde zusätzlich eine Zisterne gebaut.
Seit 1924 bestand eine regelmäßige Postverbindung mit dem Festland. Der ehemalige Fischer Karl Knepel aus Freest versorgte die Bewohner mit Post. Bei seinen Fahrten war er in der Regel alleine auf See, nur gelegentlich nahm er Schornsteinfeger mit, die auf dem Ruden die Schornsteine der Häuser säuberten.
Nach der Insel war ursprünglich ein ehemaliger Logger, der für die Volksmarine als Versorgungsschiff umgebaut wurde, benannt, der später in Artur Becker umbenannt und als Ausbildungsschiff der Greifswalder GST-Marineschule genutzt wurde.
Die Schweden und später die Preußen nutzten die Insel als Zoll- und Lotsenstation mit einem Grenzposten, sowie vier Lotsen für die Einfahrt zum Peenestrom. Dieser Wasserweg war bis zum Bau des Swinekanals die Hauptein- und -ausfahrt der Oder nach und von Stettin. Die zahlreichen Untiefen und die enge Fahrrinne machten für die Schiffe die Lotsen notwendig. Ein Dampfbagger war stationiert, um die Fahrrinnen frei zu halten. Deshalb befindet sich das Inselgehöft als Lotsenstation auf der Insel. Ein erster hölzerner Turm entstand in den 1850er Jahren und wurde am 15. Oktober 1861 abgenommen. Er wurde 1903 durch einen noch vorhandenen Turm aus Stahl ersetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges errichtete die Wehrmacht auf dem Ruden für 40.000 Reichsmark einen Flugbeobachtungsturm mit einem Kinotheodoliten, von dem aus die Flugbahnen der in der nahe gelegenen Heeresversuchsanstalt Peenemünde und von der Greifswalder Oie abgeschossenen Raketen wie die Fieseler Fi 103 oder die Fritz X beobachtet und vermessen wurden. Er konnte am 20. August 1941 in Betrieb genommen werden. Nach den Luftangriffen auf Peenemünde wurde auf dem Ruden die 6. Batterie der schweren Flakabteilung 337 stationiert. Sie schossen nach Angaben von Augenzeugen in der Zeit zwischen dem 19. Mai und dem September 1944 insgesamt zehn Boeing B-17 mit Hilfe ihrer 8,8-cm-FlaK 41 ab. Von den Kampfhandlungen zeugt noch die Flakstellung am Südende der Insel vor der Mole. Ab September 1943 wurde neben der Insel der antriebslose Flugabwehrkreuzer „Undine“, ein requiriertes niederländisches Schiff, verankert. Dieser Kreuzer (4400 BRT) war mit 8 großen und 21 kleineren Flakgeschützen bestückt und wurde im November 1944 nach Pölitz bei Stettin zum Flakschutz bei den dortigen Hydrierwerken (Produzent von kriegswichtigem Benzin) verholt. Zu Zeiten der DDR nutzten Grenzsicherungs-Einheiten der 6. Grenzbrigade Küste (DDR-Volksmarine) den Turm als Funkmessstation zur Verhinderung von Republikfluchten. 1972 wurde die Lotsenstation geschlossen und es waren ab diesem Zeitpunkt etwa 20 Grenzsoldaten in der noch vorhandenen Kaserne dauerhaft auf Ruden stationiert, die zudem den Grenzübergang vom Greifswalder Bodden zur freien Ostsee und umgekehrt visuell und technisch überwachten.
Auf der Insel Ruden befindet sich eine Belegstelle in der Völker der Buckfastbiene gehalten und zur Zucht genutzt werden, da aufgrund der widrigen Umweltverhältnisse und der Entfernung zum nächsten Festland ausgeschlossen werden kann, dass sich die Population mit anderen Bienenvölkern vermischt.
Der Ruden gehört seit 1925 zum Naturschutzgebiet „Naturschutzgebiet Peenemünder Haken, Struck und Ruden“. Große Teile der Insel Usedom wurden bereits 1966 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, dazu gehörte der Ruden. Seit 1993 gehört er zum „Naturpark Insel Usedom“.
Eine Besonderheit besteht auf der südlichen Mole: Tausende Kormorane vom Brutgebiet Peenemünder Haken bevölkern die Mole, die angrenzenden Buhnen und die Sandbänke, lediglich in der Mitte der Mole gibt es eine 20 m breite freie Stelle. Das ist der Stammplatz des Seeadlers, dem sich die Kormorane nicht weiter nähern.
Rechtlich gesehen gehört der Ruden zur Gemeinde Kröslin im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Der Ruden ist eine deutsche Grenzübergangsstelle.
Die Insel, die von derzeit (Stand 2015) zwei Einwohnern bewohnt wird, verfügt über einen kleinen Hafen, der von Sportbooten angelaufen wird oder von Tagesausflüglern, die sich mit Ausflugsschiffen oder Fischerbooten aus Karlshagen von der Insel Usedom, vom Krösliner Ortsteil Freest oder vom Hafen Peenemünde übersetzen lassen. Jährlich führt das Einwohnerpaar tausende Besucher über die Insel.
Insel Ruden von Südost
Das Inselgehöft auf dem Ruden
Blick auf den Turm von W – innen eine kleine Ausstellung
Ruden – Flakstellung (vorne), Mole mit Kormoranen
Lotsenturm auf dem Ruden von 1903
Hafen der Insel Ruden
Blick vom Turm Richtung Süden
Ahrendsberg | Balmer Werder | Barther Oie | Beuchel | Bock | Bullenriff | Böhmke | Brinkenberg | Dänholm (bei Kröslin) | Dänholm (bei Stralsund) | Fährinsel | Fehmarn | Gänsewerder | Görmitz | Greifswalder Oie | Großer Werder | Großer Wotig | Heuwiese | Hiddensee | Kieler Ort | Kirr | Kleiner Rohrplan | Kleiner Werder | Kleiner Wotig | Kleine Werder | Koos | Langenwerder | Liebes | Liebitz | Mährens | Öhe | Plathe | Poel | Prosnitzer Werder | Riems | Riether Werder | Riffbrink | Ruden | Rügen | Struck | Tollow | Ummanz | Urkevitz | Usedom | Vilm | Vogelinsel | Walfisch | Warder | Werder | Wührens

Anthony Lewis

Anthony Lewis (* 27. März 1927 in New York City; † 25. März 2013 in Cambridge, Massachusetts) war ein dem liberalen Spektrum zuzuordnender Journalist, der u. a. Editorials für die New York Times schrieb und Artikel für das New York Review of Books. Zuvor arbeitete er bei der Times als Editor (1948–1952), in deren Redaktion in Washington, D.C. (1955–1964), in der Londoner Filiale als Chefredakteur (1965–1972) und von 1969 bis 2001 als Kolumnist. Zeitweise (1952–1955) arbeitete er für die Demokratische Partei in den USA und schrieb Artikel für die Washington Daily News.
Er wuchs in New York auf, besuchte dort die Horace Mann School und später die Harvard University, die er mit einem Bachelor of Arts abschloss. In seiner Zeit in Harvard schrieb er für „The Harvard Crimson“, eine Tageszeitung, die nur von Harvardstudenten betrieben wird. Verheiratet war er mit Margaret H. Marshall und wurde in seiner ersten Ehe Vater dreier Kinder.
Noam Chomsky schätzt Lewis als verhältnismäßig weit links für US-amerikanische Medienverhältnisse ein. Seine Position helfe beim Erkennen der stillschweigenden Vereinbarungen, unter denen in den US-Medien Mainstream-konforme Diskussionen abliefen.

Lewis gewann zwei Pulitzer-Preise – den ersten 1955 für seine Reportage über ein Programm der US-Regierung und besonders über die Entlassung eines Navy-Angestellten, der über die Gründe seiner Entlassung nicht Bescheid wusste (er wurde dank Lewis’ Arbeit wieder eingestellt); den zweiten Preis bekam er 1963 für seine Berichterstattung über den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Er schrieb zudem häufig über den Gerichtshof und in verfassungsrechtlichen Angelegenheiten.
Er lehrte seit Mitte der 1970er Jahre an der Hochschule der Aufbaustudien des Journalismus der Columbia University und hatte dort seit 1982 den James-Madison-Lehrstuhl in Angelegenheiten des 1. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika inne. Er hielt von 1974 bis 1989 Vorlesungen in Harvard und trat seit langer Zeit als Gastdozent in verschiedenen Hochschulen und Universitäten auf (z. B. in Arizona, Illinois, Kalifornien und Oregon).

Porpác

Porpác ist eine Gemeinde im Kleingebiet Sárvár, das im Komitat Vas im Westen Ungarns liegt. Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 160, die Fläche 6,19 km².

Der Ort liegt in der Gyöngyös-Ebene zwischen den Städten Szombathely und Sárvár. In der Nähe befinden sich die Gemeinden Bögöt und Csénye. Durch den Ort fließt der Bach Rátka.
Porpác wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1321 erwähnt. Die erste römisch-katholische Kirche im Ort wurde im Jahre 1698 errichtet, später jedoch zerstört. Die heutige Kirche Mária Szeplőtelen Szíve wurde 1904 erbaut.
Vor Ort gibt es einen Kindergarten, eine Schule, eine Fahrbibliothek und ein Kulturhaus. Die Gemeinde ist durch den Bahnhof, der 3 Kilometer außerhalb des Ortes liegt, an die Bahnstrecken Székesfehérvár–Szombathely und Hegyeshalom–Szombathely angebunden.
Bejcgyertyános | Bögöt | Bögöte | Csánig | Csénye | Gérce | Hosszúpereszteg | Ikervár | Jákfa | Káld | Kenéz | Megyehíd | Meggyeskovácsi | Nick | Nyőgér | Ölbő | Pecöl | Porpác | Pósfa | Rábapaty | Répcelak | Sárvár | Sitke | Sótony | Szeleste | Uraiújfalu | Vámoscsalád | Vásárosmiske | Vasegerszeg | Vashosszúfalu | Zsédeny

Franz Weihmayr

Franz Weihmayr (* 31. Dezember 1903 in München; † 26. Mai 1969 ebenda; gebürtig Franz Xaver Weihmayr) war ein deutscher Kameramann.
Seine fotografische Ausbildung erhielt er bis 1921 in dem väterlichen Porträtfotoatelier. Anschließend wurde er Kameraassistent bei der Union-Film in München. Daneben besuchte er die Staatliche Lehranstalt für Photographie.
Nach einer relativ kurzen Zeit als einfacher Kameramann in den Jahren 1922 und 1923 debütierte er knapp zwanzigjährig als Chefkameramann. Danach folgten mehrere Jahre in München, bis er nach Berlin ging und dort mit Leontine Sagans Mädchen in Uniform an der Seite von Reimar Kuntze seinen ersten bedeutenden Auftrag erhielt.
1932 drehte er einen Film in Polen, und zwei Jahre später arbeitete er in Palästina unter Aleksander Ford an dessen Halutzim. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten übernahm er 1933 die Kamera für die Horst-Wessel-Heroisierung Hans Westmar und war bald darauf an Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilmen Sieg des Glaubens und Triumph des Willens beteiligt. Weihmayr avancierte zu einem der führenden deutschen Kameramänner. Ihm waren die Werke mit UFA-Star Zarah Leander vorbehalten.
Auch nach dem Krieg gehörte Weihmayr zu den gefragtesten Kameraleuten. Unter anderem war er für die beiden Kästner-Adaptionen Das doppelte Lottchen und Pünktchen und Anton sowie die Literaturverfilmung Liebe 47 nach Draußen vor der Tür und die restaurative Biografie Canaris verantwortlich. Er war mit der Schauspielerin Ada Tschechowa (1916−1966) verheiratet.

Wilhelm Schwarze

Carl Heinrich Wilhelm Schwarze (* 24. August 1851 in Brilon; † 8. Januar 1937 in Ostercappeln) war ein Jurist und Politiker des Zentrums, Mitglied des Reichstages und des preußischen Landtages.

Schwarze besuchte das Gymnasium in seiner Heimatstadt und ging zwischen 1869 und 1872 zum Studium der Rechtswissenschaften nach Marburg und Berlin. Anschließend leistete er als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab und brachte es dabei bis zum Leutnant. Es folgte der übliche juristische Karriereweg: 1872 Referendar und 1877 Gerichtsassessor. Im November 1877 wurde Schwarze Kreisrichter in Essen und zwei Jahre später Amtsrichter. In gleicher Funktion war er von 1881 bis 1884 in Oelde beschäftigt, anschließend folgten als Dienstorte Rüthen und Münster. Schließlich wurde er zum Geheimen Justizrat ernannt.
Politisch gehörte Schwarze der Zentrumspartei an und saß seit 1911 im Provinzialausschuss dieser Partei in Westfalen. Mit der Partei hat sich Schwarze auch wissenschaftlich, publizistisch auseinandergesetzt. Seit Juni 1893 bis zum Ende des Kaiserreichs vertrat Schwarze den Wahlkreis Lippstadt-Brilon (Arnsberg 8) im Reichstag. Von 1894 bis 1918 saß er außerdem im Preußischen Abgeordnetenhaus als Vertreter des Wahlkreises Regierungsbezirk Arnsberg 7 (Lippstadt – Arnsberg – Brilon). Ausweislich seiner Schriften hat sich Schwarze nicht zuletzt mit Fragen der Kolonialpolitik beschäftigt.
Schwarze war strikt antisozialdemokratisch eingestellt, gleichzeitig war er sozialpolitisch interessiert und hat sich in seinem Wahlkreis durchaus für die Interessen der Arbeiter eingesetzt. So trat er während eines erbittert geführten Streiks der Arbeiter der Chemiefabrik in Brilon-Wald gegen die Firma „Hüstener Gewerkschaft“ als Vermittler auf. Außerdem war er Berichterstatter für das Sauerland zur Lage der Sauerländer Wanderhändler des Vereins für Socialpolitik.