Bulgari

Aktiengesellschaft
Bulgari (italienische Aussprache: [ˈbulɡari]) bzw. die Bulgari S.p.A. aus Rom ist ein mit einem internationalen Filialnetz im Luxusgütersektor (Schmuck, Uhren, Parfüm, Lederwaren und Hotelgewerbe) weltweit tätiges Unternehmen.
Das 1884 gegründete ehemalige Familienunternehmen ist – nach Cartier (Richemont) und Tiffany & Co. – der drittgrößte Schmuckhersteller der Welt (Stand 2010) und gehört seit 2011 zum Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton.

Gemäß dem klassischen lateinischen Alphabet (wo V = U) wird der Name der Marke im Allgemeinen BVLGARI geschrieben. Er stammt vom Familiennamen des Unternehmensgründers Sotirios Voulgaris (1857–1932) ab. Der Silberschmied Sotirios Voulgaris (griechisch: Σωτήριος Βούλγαρης, griechische Aussprache: [soˈtirjos ˈvulɣaris]) führte in Italien den Namen Sotirio Bulgari.
Sotirios Voulgaris war ein Goldschmied, der aus dem griechischen Paramythia stammte, einem in der Region Epirus gelegenen Dorf, in dem Voulgaris sein erstes, heute noch sichtbares Geschäft eröffnete. 1877 ging er nach Korfu, später nach Neapel. 1881 kam er nach Rom und eröffnete mehrere Goldschmuck- und Antiquitätengeschäfte, darunter eines im Jahr 1884 im Viertel Via Sistina.
1905 wird das Geschäft in Via Sistina vom aktuellen Flaggschiff Geschäft in der Via Condotti 10 abgelöst, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Bei der Gründung wurde Sotirios Voulgaris von seinen beiden Söhnen Costantino (1889–1973) und Giorgio (1890–1966) unterstützt. In dieser Zeit hieß der Laden „Old Curiosity Shop“ und wendete sich an Kunden aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien.
Erst nach 1910 spezialisierte sich Voulgaris auf Schmuck und ließ sich bei seinen Kreationen von der Pariser und der amerikanischen Schule inspirieren.
1932 übernahmen seine Söhne die Unternehmensleitung. Sotirios Voulgaris verstarb im Jahr 1934. Noch in demselben Jahr bauten seine Söhne das Geschäft in Via Condotti aus. Die Einweihungsfeier fand am 9. April 1934 statt.
Im Zuge der Gründung der Cinecitta-Studios in Rom erfreute sich das Geschäft in Rom einer immer größeren Kundschaft aus der Filmszene: Elizabeth Taylor, Marlene Dietrich, Clark Gable, Gary Cooper, Audrey Hepburn, Sophia Loren, Romy Schneider und Gina Lollobrigida.
In den 1970er-Jahren eröffnete Bulgari die ersten Geschäfte in New York, Paris, Genf und Monte Carlo. Seinen Showroom im New Yorker Hotel Pierre behielt das Unternehmen mehrere Jahre lang.
1984 wurden Paolo und Nicola Bulgari, die Enkel von Sotirio, zum Präsidenten und Vizepräsidenten des Unternehmens und Voulgaris Neffe Francesco Trapani zum Geschäftsführer ernannt. Ab dem Beginn der 1990er-Jahre diversifizierte Trapani das Unternehmen, indem er eine Bulgari-Parfumreihe herausbrachte. Unter Trapanis Führung setzte sich Bulgari als weltweit anerkannte Luxusmarke durch.
Zu Beginn des Jahres 2001 gründete Bulgari mit der Luxusabteilung von Marriott International ein gemeinsames Unternehmen, das auch das Unternehmen Ritz-Carlton Hotel L.L.C. verwaltet. Ziel dabei war die Einführung einer neuen Luxushotelmarke, nämlich Bulgari Hotels & Resorts. Das erste Bulgari-Hotel eröffnete 2004 in Mailand, 2006 wurde in Bali eine Niederlassung gegründet, 2012 folgte ein weiteres Hotel in London. Im Jahr 2011 wurde das Bulgari Bali von den Lesern des Magazins Smart Travel Asia zum zweitbesten Hotel in Asien gewählt.
1995 ging das Unternehmen an die italienische Börse. Von 1997 bis 2003 stieg der Umsatz um 150 %.
Am 7. März 2011 verkündete die LVMH-Gruppe, 51 % des Kapitals von Bulgari erworben zu haben und eine freundliche Übernahme zu planen. An diesem Tag stieg die Aktie an der Mailänder Börse um knapp 60 %. Im September desselben Jahres stieg die LVMH-Aktie schließlich um 98,09 %. Im Februar 2012 verkaufte die Familie Bulgari die LVMH-Anteile für 236,7 Millionen Euro.
Der ehemalige Geschäftsführer von Bulgari wechselte in den Bereich „Uhren und Schmuck“ der Gruppe, der ehemalige Geschäftsführer des aus dem Bereich „Mode und Lederwaren“ entstandenen Unternehmens Fendi übernahm die Leitung des italienischen Schmuckunternehmens.
LVMH hielt schließlich einen Anteil von insgesamt 3,7 Milliarden Euro und unterstützte die Entwicklung der Marke: Es wurde mehr in Werbung investiert, ein Zentraleinkauf für sämtliche Schmuckmarken der Gruppe gegründet und die Absicht verkündet, die italienische Marke bis 2015 am Place Vendôme einzuführen und dort das Schmuckunternehmen Buccellati zu ersetzen.
2012 zählte Bulgari 180 weltweit eigene Verkaufsstellen: Die internationale Entwicklung sowie die Anzahl der Franchisenehmer der Marke schreitet weiterhin schnell voran.
Der zu Beginn der 1920er- und 1930er-Jahre entworfene Schmuck standen in der Tradition des Art Déco – schlichte Formen und geometrischer Stil, stets in Verbindung mit der Verwendung von Platin. Die 1930er-Jahre waren von imposanteren Kreationen mit Diamantmustern in verschiedenen Größen und Kombinationen mit Edelsteinen geprägt: Saphir, Smaragd, Rubin. Manche Schmuckstücke waren „wandelbar“ und konnten als Halskette oder als Armband getragen werden. Auf dieselbe Art konnten Broschen in Anhänger verwandelt werden.
Wegen der Knappheit im Zweiten Weltkrieg musste das Haus Bulgari das mit Diamanten besetzte Platin durch Gold ersetzen und die Anzahl der Edelsteine reduzieren. Das Design wurde zarter und war von der Natur inspiriert. Damit entfernte sich Bulgari von den strengen Regeln der französischen Schule und schuf einen einzigartigen, vom griechisch-römischen Klassizismus, der italienischen Renaissance und der römischen Goldschmiedeschule des 19. Jh. inspirierten Stil.
Während des Wirtschaftsbooms der Nachkriegsjahre konnte wieder zu mit Edelsteinen und insbesondere mit Diamanten bestückten Kreationen in Weißmetall zurückgekehrt werden. Am Ende der 1950er-Jahre zog Bulgari zartere Formen einem kantigen Design vor. Ferner wurden häufig große Cabochons verwendet, die sich zum Markenzeichen des Unternehmens entwickelten. Zum Bulgari-Stil gehören auch die Formen mit strukturiert, symmetrisch und kompakt angeordnetem Gold sowie die Farbspiele der zahlreichen Edelsteinkombinationen.
Die Kreationen der 1970er-Jahre stechen durch ihre Vielfalt hervor. Sie sind von Feuerwerken und orientalischer Kunst inspiriert. Insbesondere wurden Schlangen- oder auch Pop-Art-Motive verwendet, wie zum Beispiel in der von Andy Warhol gewürdigten Kollektion „Stars and Stripes“. In dieser Zeit gehörte Gelbgold zum bevorzugten Material, und ovale, mit Cabochons besetzte und in Gold und Diamanten eingefasste Elemente wurden wie die mächtige Goldkette zum Markenzeichen von Bulgari.
Die 1980er-Jahre waren von Volumina, lebhaften Farben, einfachen Formen und stilisierten Verzierungsmotiven geprägt. Gelbgold wurde auch in den 1990er-Jahren noch verwendet, der Bulgari-Stil wurde aber weniger strukturiert.
Für die Fertigung der Bulgari-Uhren ist die Schweizer Unternehmensniederlassung Bulgari Haute Horlogerie SA zuständig. Sie wurde 1980 gegründet und hat ihren Sitz in Neuenburg. Bulgari Haute Horlogerie SA beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Bulgari entwickelt seine eigenen Kaliber und Teile, wobei komplexeste Werke mit klassischen Kalibern kombiniert werden. Die Bulgari-Uhrenkollektion umfasst folgende Produktreihen: Bulgari-Bulgari, Sotirio-Bulgari, Assioma, Astrale, Serpenti, B.Zero1, Daniel Roth, Rettangolo, Ergon, Diagono und Octo.
Bulgari stützt sich auf ein Distributionsnetz mit knapp 300 an den berühmtesten Handelsplätzen gelegenen Läden. Der größte Bulgari-Laden der Welt ist in Tokio in den „Bulgari Ginza Towers“: 940 Quadratmeter Verkaufsfläche inklusive Restaurant und Bar.
Die nordamerikanischen Bulgari-Läden sowie die Händler befinden sich in Atlanta, Beverly Hills, Bal Harbour, Boca Raton, Bethesda – (Chevy Chase), Chicago, Costa Mesa, Dallas, Honolulu, Houston, New York, Las Vegas, Los Angeles, Mexico City, Montreal, Palm Beach, San Francisco, Short Hills, Waikiki, und Scottsdale, Arizona.
In Südamerika gibt es Bulgari-Läden und -Händler in Lima, Bogotá, São Paulo, Margarita Island und Quito.
Von 2009 bis 2011 spendete Bulgari 12 Millionen Euro an den Verein Save The Children. Diese Partnerschaft wurde Ende 2011 verlängert. Bisher konnte mit diesen Spenden 334.101 Kindern geholfen werden. 9.899 Lehrer wurden ausgebildet, und in 206 Schulen wurden Rehabilitierungsmaßnahmen durchgeführt.
Bulgari gestaltete für General Motors bzw. deren Luxusmarke Cadillac Ausstattungsmerkmale am Modell XLR (2004–2009): den Keyless Go-Funkschlüssel und ebenso das Armaturenbrett mit Echtholzapplikationen aus Eukalyptusholz (Ebenholz beim XLR-V).

Dackscheid

Dackscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Dackscheid liegt zwischen Lünebach im Nordwesten und Waxweiler im Südwesten wenige Kilometer östlich der B 410. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Coumontshof. Rund 60 % der Gemeinde sind Landwirtschaftsfläche und rund 30 % Wald.
Grab- und Münzfunde weisen auf eine römische Besiedlung östlich des heutigen Ortes im 2. und 3. Jahrhundert hin. Die Namensendung „-scheid“ ist typisch für eine Ortsgründung in der Rodungsphase des 12./13. Jahrhunderts.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Kondominium Pronsfeld, das unter der gemeinsamen Landeshoheit des Kurfürstentums Trier und des Herzogtums Luxemburg stand. Nach der Annexion der Region durch französische Revolutionstruppen wurde Dackscheid 1795 dem Kanton Arzfeld im Departement der Wälder zugewiesen. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde das Gebiet und damit auch Dackscheid 1815 dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung kam die Gemeinde Dackscheid 1816 zum neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier. Sie gehörte zur Bürgermeisterei Lünebach und später zum Amt Waxweiler.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dackscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Der Gemeinderat in Dackscheid besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.
In Rot silberne Glocke, Pinienzapfen und lediges, steigendes Fohlen (2:1).
Arzfeld | Dackscheid | Dahnen | Daleiden | Dasburg | Eilscheid | Eschfeld | Euscheid | Großkampenberg | Hargarten | Harspelt | Herzfeld | Irrhausen | Jucken | Kesfeld | Kickeshausen | Kinzenburg | Krautscheid | Lambertsberg | Lascheid | Lauperath | Leidenborn | Lichtenborn | Lierfeld | Lünebach | Lützkampen | Manderscheid | Mauel | Merlscheid | Niederpierscheid | Oberpierscheid | Olmscheid | Pintesfeld | Plütscheid | Preischeid | Reiff | Reipeldingen | Roscheid | Sengerich | Sevenig (Our) | Strickscheid | Üttfeld | Waxweiler

Olympische Sommerspiele 1972/Teilnehmer (Thailand)

Thailand nahm bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München zum sechsten Mal an Olympischen Spielen teil. Das Land wurde durch vier Sportler vertreten.
Algerien • Äthiopien • Dahomey • Elfenbeinküste • Föderation Arabischer Republiken • Gabun • Ghana • Kamerun • Kenia • Lesotho • Liberia • Madagaskar • Malawi • Mali • Marokko • Niger • Nigeria • Obervolta • Sambia • Senegal • Somalia • Sudan • Swasiland • Tansania • Togo • Tschad • Tunesien • Uganda • Volksrepublik Kongo
Amerikanische Jungferninseln • Argentinien • Bahamas • Barbados • Bermuda • Bolivien • Brasilien • Britisch-Honduras • Chile • Costa Rica • Dominikanische Republik • Ecuador • El Salvador • Guatemala • Guyana • Haiti • Jamaika • Kanada • Kolumbien • Kuba • Mexiko • Nicaragua • Niederländische Antillen • Panama • Paraguay • Peru • Puerto Rico • Suriname • Trinidad und Tobago • Uruguay • Venezuela • Vereinigte Staaten
Afghanistan • Birma • Ceylon • Hongkong • Indien • Indonesien • Iran • Israel • Japan • Kambodscha • Kuwait • Libanon • Malaysia • Mongolei • Nepal • Nordkorea • Pakistan • Philippinen • Republik China • Saudi-Arabien • Singapur • Südkorea • Südvietnam • Syrien • Thailand
Albanien • Belgien • Bulgarien • Dänemark • BR Deutschland • DDR • Finnland • Frankreich • Griechenland • Irland • Island • Italien • Jugoslawien • Liechtenstein • Luxemburg • Malta • Monaco • Niederlande • Norwegen • Österreich • Polen • Portugal • Rumänien • San Marino • Schweden • Schweiz • Sowjetunion • Spanien • Tschechoslowakei • Türkei • Ungarn • Vereinigtes Königreich
Australien • Fidschi • Neuseeland
1952 • 1956 • 1960 • 1964 • 1968 • 1972 • 1976 • 1980 • 1984 • 1988 • 1992 • 1996 • 2000 • 2004 • 2008 • 2012
2002 • 2006 • 2010 • 2014
2010 • 2014
bisher keine Teilnahme

Sabal bermudana

Exemplar im botanischen Garten Huerto del Cura in Spanien
Sabal bermudana auch Bermuda-Palmetto genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sabal innerhalb der Palmengewächse (Arecaceae). Sie kommt nur auf den Bermudas vor. Sie gilt als gefährdet, da sie in ihrer Heimat von der invasiven Pflanzenart Livistona-Palme aus ihrem Habitat verdrängt wird.

Sabal bermudana wächst als Palme und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 30 Metern, bei einem maximalen Stammumfang von bis zu 55 Zentimetern. Diese Fächerpalme besitzt Wedeln, die bis zu 2 Meter lang sind. Jeder Wedel besteht aus 45 bis 60 Fächer-Blättchen, die bis zu 75 Zentimeter lang sind.
Zwischen den Blättern entwickeln sich rispige Blütenstände, die weiß-gelb und bis zu 2,5 Meter lang sind. Die etwa 1 Zentimeter lange, dunkel-braune bis schwarze Steinfrucht enthält jeweils einen Samen.
Es ist ein Endemit der Bermuda-Inseln. Sabal bermudana ist auf den Inseln unter dem Winde ein Neophyt. Sabal bermudana verträgt kurze Frostperioden von bis zu −14 °C und ist sehr salztolerant.
Der Pflanzensaft der Art wurde früher zur Produktion von „Bibby“, einem alkoholischen Getränk, verwendet. Im 17. Jahrhundert nutzte man die Wedel, um Dächer daraus zu machen.

Junkers G 38

Bei der Junkers G 38 war ein viermotoriges Groß-Verkehrsflugzeug in Mitteldeckeranordnung der Junkers Flugzeugwerk AG, Dessau.

Die erste von nur zwei gebauten Maschinen wurde im Oktober 1929 mit der Werknummer 3001 fertiggestellt. Nach ersten Rollversuchen am 4. November 1929 fand zwei Tage später der Erstflug mit Chefpilot Zimmermann statt.
Ausgerüstet war die G 38 mit je zwei 441 kW (600 PS) starken 12-Zylinder-V-Motoren vom Typ L55 und zwei 294 kW (400 PS) starken 6-Zylinder-Reihenmotoren vom Typ L8. Zugelassen wurde die Maschine am 27. März 1930, dabei erhielt sie das Kennzeichen D-2000.
Bereits beim Zulassungsflug wurden zwei Weltrekorde eingestellt, der Streckenrekord mit jeweils 5.000 kg Nutzlast sowohl für geschlossene Strecke mit 5000 kg als auch über eine 100 km Strecke mit 200,636 km/h. Weitere Rekorde wurden mit ebenfalls 5000 kg Nutzlast in der geschlossenen Strecke mit 501,590 km, ein Dauerflugrekord mit drei Stunden und zwei Minuten sowie ein Geschwindigkeitsweltrekord mit 184,464 km/h aufgestellt.
Das Reichsluftfahrtministerium kaufte die Maschine und nutzte sie zu Demonstrationsflügen mit Passagieren im In- und Ausland.
Ab dem 2. Februar 1931 erhielt die D-2000 eine neue Innenausrüstung sowie neue 12-Zylinder-V-Motoren vom Typ L88a mit 588 kW(800 PS) anstatt der L55-Motoren, die die Leistung deutlich verbesserten.
Die Maschine wurde der Deutschen Luft Hansa übergeben, welche sie im internationalen Liniendienst sowie für Sonderflüge einsetzte.
Bereits am 3. Oktober 1931 kam die Maschine wieder in die Junkers-Werft. Sie erhielt dort ein Zwischendeck für größere Frachtkapazität. Die Passagieranzahl konnte von 19 auf 30 erhöht werden. Ein erneuter Tausch der L8-Motoren gegen solche vom Typ L88a verbesserte nochmals die Flugleistungen. Die so umgebaute Maschine wurde von der Lufthansa vorwiegend auf der Flugstrecke Berlin-Hannover-Amsterdam-London eingesetzt.
1934 wurden die Motoren abermals getauscht, nun gegen vier Jumo 204-2-Takt-Gegenkolben-Dieselmotoren zu je 551 kW (750 PS), und das Kennzeichen in D-AZUR geändert. 1936 stürzte die Maschine, verursacht durch einen Montagefehler, bei Dessau ab, die Lufthansa musste sie als Totalverlust abschreiben.
Die zweite G38 wurde bereits mit dem neuen Zwischendeck für 34 Passagiere fertiggestellt und als D-2500 (später D-APIS) am 1. Juli 1932 mit vier Junkers-L88a-Motoren von der Deutschen Luft Hansa zu einem Kaufpreis von 1,5 Millionen Reichsmark übernommen. Wie die erste G38 wurde auch die zweite Maschine im Jahre 1934 auf Jumo 204 umgerüstet. Ab 1939 wurde diese Maschine für militärische Transporte eingesetzt und in Griechenland durch britische Maschinen auf dem Flughafen Athen-Tatoi im Mai 1941 am Boden zerstört.
Mitsubishi baute sechs G 38 in Lizenz als schwere Bomber Mitsubishi Ki-20. Die Junkers-Lizenzbezeichnung war K51, wobei das Präfix „K“ (bis 1926 war dies „H“) für unbewaffnete Prototypen oder zivile Versionen von potentiellen Kampfflugzeugen verwendet wurde. Die bewaffneten Varianten der Flugzeuge konnten wegen der Beschränkungen des Versailler Vertrages nur im Ausland gebaut werden. Die Ki-20 blieben bis 1941 im Einsatz.
Bei diesem Typ wurden die Junkers-Patente zum „dicken Flügel“ aus dem Jahre 1910 vollkommen umgesetzt: Motoren, Treibstoff und zum Teil auch Passagiere wurden im Flügel untergebracht.
Zivile Baureihen: F 13 | Ju 13 | K 16 | A 20 | G 23 | F 24 | G 24 | A 25 | T 26 | T 29 | G 31 | A 32 | W 33 | W 34 | A 35 | G 38 | Ju 46 | A 48 | Ju 49 | A 50 | Ju 52/1m | Ju 52/3m | Ju 60 | Ju 160 | Ju 86 | Ju 90
Militärische Baureihen: J 2 | J 4 (J.I) | J 9(D.I) | J 10 (CL.I) | J 11 | Ju 20 | Ju 21 | H 21 | K 30 | K 37 | K 39 | R 42 | K 43 | K 47 | K 51/Ki 20 | K 53 | Ju 86 | Ju 87 | Ju 88 | Ju 90 | Ju 188 | Ju 288 | Ju 388 | Ju 488 | Ju 89 | Ju 248 | Ju 252 | Ju 322 | Ju 352 | Ju 287 | Ju 290 | Ju 390
Versuchsflugzeuge und Projekte: J 1 | J 7 | J 8 | J 12 | J 15 | J 1000 | T 19 | T 21 | T 22 | T 23 | T 27 | S 36 | EF 61 | Ju 49 | Ju 85 | EF 126 | EF 127 | EF 128 | EF 131 | EF 140 | EF 150 | Ju 187/287 | EF 009

Under the Radar Over the Top

Under the Radar over the Top ist das vierzehnte Studioalbum der deutschen Dance-Band Scooter. Es wurde am 2. Oktober 2009 auf Scooters Eigenlabel Sheffield Tunes veröffentlicht. Das Album wurde im Jahr 2009 in den Sheffield Underground Studios von H.P. Baxxter, Rick J. Jordan, Michael Simon sowie Jens Thele produziert. Es stieg direkt auf Platz 2 der Media Controls ein und ist somit die höchste Albumplatzierung, die Scooter in Deutschland bisher erreicht haben.
Es ist eine Normaledition des Albums erhältlich, sowie eine Limited Edition, in der neben der Normal-CD sowohl eine DVD enthalten ist, die ein Scooter-Interview sowie Ausschnitte aus verschiedenen Auslandsbesuchen zeigt, als auch eine zweite CD, worauf sich, laut H.P. Baxxter, „Scooter-untypische“ Songs befinden. Eine weitere Edition, die Limited Fan-Box, enthält neben den zwei CDs und der DVD auch diverses Fanmaterial, unter anderem eine Flagge.

Charakteristisch an dem Album ist die große Verwendung von Hardstyle-Elementen. War das letzte Album noch im Jumpstyle gehalten, so ist es diesmal härter im Sound.
Einige Tracks (wie z.B. J’adore Hardcore, Bit a Bad Boy, Stuck on Replay) sind auf das Mitsingen eines Live-Publikumes angelegt.
Die Single-Version von The Sound Above My Hair ist abgeändert worden und enthält jetzt keine Hardstyle-Elemente mehr. Die ursprünglichen rein instrumentalen Teile wurden herausgenommen und durch Fangesänge und Dudelsäcke ersetzt.
Bei Ti Sento wird der Refrain von einer Sängerin gesungen, jedoch nicht von der normalerweise gepitchten Stimme, sondern von der Original-Interpretin des Liedes, Antonella Ruggiero. Im Track Second Skin singt H.P. Baxxter selbst.
Clic Clac und Metropolis sind die einzigen Instrumental-Stücke des Albums. Von der Anzahl her ist dies, im Vergleich zu anderen Scooter Alben, eher wenig.
Am 14. August 2009 wurde die Single J’adore Hardcore veröffentlicht. Sie stieg direkt auf Platz 12 der Media Controls ein. Im Video zur Single sieht man Scooter Frontmann H.P. Baxxter, die Band in einer Musikhalle sowie mehrere Melbourne-Shuffle-Tänzer.
Am 2. Oktober erschien, am selben Tag wie das Album, die Single Ti sento, die eine Cover-Version des gleichnamigen Liedes der italienischen Band Matia Bazar ist. Sie stieg direkt auf Platz 11 der Media Controls ein. In der Folgewoche kletterte der Titel auf Position 10 der Charts und ist somit Scooters 23. Top-Ten-Hit in Deutschland. Im dazugehörigen Video verzichtete man diesmal auf Tänzer; es spielt in den 1940er-Jahren. Die Scooter-Mitglieder tragen schwarze Anzüge und sind Bodyguards einer Opernsängerin, nämlich Antonella Ruggiero, die im Song die weiblichen Vocals singt.
Am 27. November erschien die dritte Single-Auskopplung aus dem Album: The Sound Above My Hair. Der Song erreichte in der ersten Woche in den Charts nur Platz 38 und war damit zum Zeitpunkt des Erscheinens nach She´s the Sun die erfolgloseste Singleauskopplung der Band. Das Video zur Single spielt vor dem Schloss von Wernigerode im Harz. Von halbnackten Frauen mit Dudelsäcken und einer kleineren Menschenmenge begleitet fuhren die Scooter-Mitglieder auf dem sogenannten Scooter-Mobil durch die Gegend. Es zeigt offensichtliche Parallelen zum Rattenfänger von Hameln.
Im März erschien die Single Stuck on Replay, die das offizielle Lied der Eishockeyweltmeisterschaft 2010 war, die im Mai 2010 in Deutschland stattfand. Scooter hatten einen Live-Auftritt beim Eröffnungsspiel Deutschland – USA vor 76.000 Zuschauern in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Die Single erreichte Position 36 der deutschen Charts.
Bonus CD:
H.P. Baxxter • Michael Simon • Philip Speiser
Ferris Bueller • Axel Coon • Jay Frog • Rick J. Jordan
… and the Beat Goes On! (1995) • Our Happy Hardcore (1996) • Wicked! (1996) • Age of Love (1997) • No Time to Chill (1998) • Back to the Heavyweight Jam (1999) • Sheffield (2000) • We Bring the Noise! (2001) • The Stadium Techno Experience (2003) • Mind the Gap (2004) • Who’s Got the Last Laugh Now? (2005) • The Ultimate Aural Orgasm (2007) • Jumping All Over the World (2007) • Under the Radar Over the Top (2009) • The Big Mash Up (2011) • Music for a Big Night Out (2012) • The Fifth Chapter (2014) • Ace (2016)
Encore – Live & Direct (2002) • Excess All Areas (2006) • Live in Hamburg (2010)
Rough and Tough and Dangerous (The Singles 94/98) (1998) • Push the Beat for This Jam (The Singles 98-02) (2002) • 24 Carat Gold (2002) • 20 Years of Hardcore (2013)
Diskografie

Leyla Erbil

Leyla Erbil (* 1931 in Istanbul; † 19. Juli 2013 ebenda) war eine türkische Schriftstellerin.

Erbil besuchte das Gymnasium und studierte englische Philologie an der Universität von Istanbul und war als Sekretärin und Dolmetscherin tätig. Ihre ersten Gedichte wurden bereits 1945 veröffentlicht, ab 1960 tritt sie als Erzählerin von Kurzgeschichten in Erscheinung, mit denen sie bekannt wird. Außerdem engagiert sie sich Anfang der 1960er Jahre für die türkische Arbeiterpartei im Bereich Kunst und Kultur. 1967 ist sie am türkischen Konsulat in Zürich tätig. Ihr erster Roman Tuhaf Bir Kadin („Eine seltsame Frau“) erscheint 1971, mit dem sie wegen der Themen Frau, Sexualität und Selbstbestimmung, großes Aufsehen erregt. Später folgen weitere Novellen und Romane. Themen ihrer Bücher, die teilweise in mehrere Sprachen übersetzt wurden, sind häufig marginalisierte Frauen.
Ihr Schreibstil gilt als unverwechselbar. Sie vermischte alte osmanische Begriffe, ungebräuchliche sowie moderne türkische Wortschöpfungen mit Fremdwörtern aus europäischen Sprachen und Dialekten, aber vielfach auch umgangssprachliche Begriffe miteinander. Dabei setzte sie sich bewusst über grammatikalische Regeln der türkischen Schriftsprache hinweg. Für ihren einzigartigen Schreibstil und ihren Beitrag zur türkischen Literatur wurde sie vom P.E.N. für den Nobelpreis für Literatur nominiert.
Leyla Erbil war seit 1955 verheiratet und wurde Mutter einer Tochter.

Universidad Bolivariana de Venezuela

Die Bolivarianische Universität Venezuelas (spanisch: Universidad Bolivariana de Venezuela) kurz UBV genannt, ist die jüngste staatliche Universität Venezuelas. Die UBV wurde 2003 durch den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ins Leben gerufen.
Die UBV ist Teil des von der Bolivarianischen Regierung geschaffenen Sozialprogrammes „Misión Sucre“, dessen Ziel es ist, auch den armen Bevölkerungsteilen eine höhere Bildung zu ermöglichen. Die Aufnahmebedingungen an der UBV sind daher entsprechend wenig restriktiv. Einzige Voraussetzung ist ein Abschluss der Mittelschule, welche ebenfalls im Rahmen der Misión Sucre stattfindet.
Die UBV legt aufgrund ihres Ursprungs in der bolivarianischen Revolution besonderen Wert auf die soziale Ausrichtung ihres Bildungsangebotes sowie Lehrpersonals. Von Seiten der venezolanischen politischen Opposition wird die UBV wegen ihrer politischen Ausrichtung und besonderen akademischen Bedingungen wenig geschätzt.

An der UBV werden folgende Studiengänge angeboten:
Voraussetzung für das Studium an der UBV ist eine abgeschlossene Mittelschulbildung. Vorzugsweise sollte diese über das Bildungsprogramm der Misión Sucre erworben worden sein.
Die UBV vergibt verschiedene Stipendien. Dazu zählen Arbeitsstipendien, Sportstipendien sowie Vollstipendien.
Die Bolivarianische Universität hat neben ihrem Hauptsitz in Caracas auch Zweigstellen in den wichtigsten Gemeinden des Landes. Einige befinden sich jedoch noch in Aufbau bzw. Planung. Die wichtigsten bereits existierenden Campus befinden sich in folgenden Gemeinden:
Der Hauptsitz der bolivarianischen Universität befindet sich in den ehemaligen Gebäuden der staatlichen Erdölfirma PDVSA und bietet in ihren Installationen eine Bibliothek, eine Cafeteria sowie Computerräume mit Internetanschluss. Ebenfalls steht den Studenten eine universitätseigene Busflotte für Exkursionen zur Verfügung.

Pepermölenbek

Die bzw. der Pepermölenbek (niederdeutsch für „Pfeffermühlenbach“, auch Pepermöhlenbek, Pepermöhlenbeek oder Pepermölenbeck geschrieben) ist ein rechter Nebenbach der Elbe in Hamburg. Bis ins 17. Jahrhundert war der Bach als Altenau oder Altenaue bekannt; den Namen Pepermölenbek soll er nach einer am Bach gelegenen Pfeffermühle erhalten haben, deren Existenz jedoch ebenso wenig nachgewiesen ist wie diejenige einer aus Sicherheitsgründen am Rand der städtischen Bebauung angelegten Pulvermühle.
Der heute größtenteils trockengefallene bzw. trockengelegte und verrohrte Bach war mehrere Jahrhunderte lang der Grenzbach zwischen dem damals noch eigenständigen Altona und der Vorstadt Hamburger Berg (heute: St. Pauli) und damit zugleich zwischen Holstein und Hamburg. Dort, wo der Bach beim Fischmarkt in die Elbe mündete, gründete Heilwig von der Lippe 1246 ein Zisterzienserinnenkloster. Der Ort wurde Herwardeshude genannt und umfasste eine Mühle, einen Hof und eventuell einige weitere Gebäude. 1295 verlegte man das Kloster an die Alster, Mühle und Hof brannten 1308 nach einem Blitzschlag ab.
Noch heute erinnert der Name der in dem alten, relativ schmalen und steilen Tal vom Nobistor zum Fischmarkt verlaufenden Straße an das Gewässer, sie hieß bis 1948 Bachstraße, danach Pepermölenbek.
53.5469449.953611Koordinaten: 53° 32′ 49″ N, 9° 57′ 13″ O

Kennewick-Mann

Die Überreste des sogenannten Kennewick-Mannes (Kennewick Man) wurden am 28. Juli 1996 am Ufer des Columbia Rivers im Süden des US-Bundesstaates Washington in der Nähe der Stadt Kennewick gefunden. Die Knochen wurden mit der Radiokohlenstoffdatierung auf 7.300 v. Chr. (8410±60 uncal. BP) datiert, besaßen jedoch morphologische Merkmale, die nicht mit denen der indianischen Überreste der Epoche übereinzustimmen schienen. Genetische Untersuchungen wurden erst 2015 veröffentlicht, nach diesen ist der Kennewick-Mann eindeutig indianisch und nahe verwandt mit den Völkern, die bis heute in der Region seines Fundes leben.

Am Rand einer Wassersportveranstaltung fand ein Zuschauer einen Schädel in einem Uferbereich des Columbia Rivers, der dem US Army Corps of Engineers unterstellt ist. Der Gerichtsmediziner rief den Anthropologen James C. Chatters der Central Washington University hinzu, der mit Helfern zwischen dem 28. Juli und dem 29. August 1996 in einem Bereich von nur gut 20 m Uferstrecke im Schlamm etwa 350 Knochen und Knochenteile bergen konnte, die zusammen ein nahezu vollständiges Skelett ergaben. Alle langen Knochen lagen in unmittelbarer Nähe des Schädels. Nach dem ersten Augenschein konnte es sich um einen modernen Menschen europäischer Herkunft und damit ein mögliches Verbrechensopfer handeln, allerdings wurde schnell eine abgebrochene Speerspitze aus Stein in einem Beckenknochen steckend gefunden, wie sie für die Archaische Periode typisch ist. Deshalb wurde eine Datierung mittels der Radiokohlenstoffmethode in Auftrag gegeben. Diese ergab ein Alter der Knochen von 8370 ±60 unkorrigierten Kohlenstoffjahren Before Present.
Das Corps of Engineers stufte den Fund daher als indianisch ein. Nach dem Native American Graves Protection and Repatriation Act von 1990 müssen alle im Bundesbesitz befindlichen Körperteile und Kultgegenstände von Indianern an ihre Nachfahren übergeben werden, damit sie entsprechend ihrer Kultur bestatten werden können. Das Corps of Engineers stoppte alle laufenden Tests und beschloss, die Knochen fünf örtlichen Indianervölkern zur Bestattung zu übertragen. Acht Archäologen verschiedener Universitäten erhoben Klagen gegen das Corps of Engineers, weil die Knochen zu alt wären, als dass es sich um einen Vorfahr der fünf heute in der Region ansässigen Völker handele und erreichten eine einstweilige Verfügung, nach der die Untersuchungen weitergehen durften.
Chatters leitete die umfangreichen Tests, die verschiedene Fachrichtungen, Institute und Einrichtungen umfassten. Der Fundort wurde auf seine Stratigraphie und Geologie untersucht und Skelett anhand verschiedener Merkmale mit heutigen Bevölkerungsgruppen verglichen. Die Altersbestimmung der Knochen wurde mit archäologischen Methoden verfeinert und ergab nach Korrekturen und Kalibrierung ein Alter von 9330-9580 Jahren.
Missverständnisse ergaben sich, weil der Anthropologe Chatters die Morphologie des Kenewick-Manns als „caucasoid-like“ bezeichnete, was ein Fachbegriff der forensischen Anthropologie darstellt, der Begriff in den Medien jedoch als „caucasoid“ (kaukasisch) im Sinne der Rassenzuordnung in der US-Bevölkerungsstatistik und damit als europäischer Herkunft verstanden wurde. Deshalb wurde der Kennewick-Mann zum Auslöser eine Diskussion über die Abstammung der Indianer und die Geschichte der Besiedelung Amerikas.
Nähere Untersuchungen kamen zum Ergebnis, dass der Kennewick-Mann etwa 1,73 m groß, zwischen 70 und 75 kg schwer gewesen sein müsse und er bei seinem Tod etwa 40 bis 45 Jahre alt war. Das Erscheinungsbild seines Skeletts wies Merkmale verschiedener heutiger Bevölkerungsgruppen auf. Es gab Merkmale die denen der Ainu, den japanischen Ureinwohnern, am nächsten verwandt waren, andere deuteten auf Indianer des amerikanischen Südwestens, etwa in Arizona hin. Der Versuch einer Rekonstruktion des Gesichts anhand des Schädelknochens ergab erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem englischen Schauspieler Patrick Stewart, was wieder zu Spekulationen über die Herkunft führte.
Das Skelett wies verschiedene Verletzungen auf. Seit langem verheilt war ein Bruch des linken Unterarms, der allerdings zu einer dauerhaft eingeschränkten Beweglichkeit des Ellenbogengelenks geführt haben muss. Die steinerne Speerspitze mit einer Größe von 79 mm im Beckenknochen war auch eine ältere Verletzung. Das Bruchstück war von neugebildetem Gewebe abgekapselt, der Knochen verheilt. Allerdings gibt es Hinweise, dass daraus eine chronische Entzündung erwachsen ist, die den Mann noch bis zu seinem Tod beim Gehen beeinträchtigt haben könnte. Mindestens sieben Rippen waren aufgrund eines flächigen Stoßes von vorne gebrochen, die Verletzung kann eine akute Entzündung ausgelöst haben. Als Todesursache wurde deshalb entweder eine Komplikation der chronischen Entzündung, eine akute Entzündung oder die Folgen der Verletzung des Oberkörpers angenommen.
Die Überreste werden bis zum Abschluss der juristischen Auseinandersetzungen im Burke Museum in Seattle aufbewahrt.
Lange Zeit galt die Clovis-Kultur als erste amerikanische Kulturstufe, und die heutigen Indigenen Völker als Nachkommen jener Menschen, die während der letzten Eiszeit über die Beringstraße nach und nach einwanderten. Neben anderen Funden in Südamerika und Mittelamerika war es vor allem der Kennewick-Fund, der partiell einen Paradigmenwechsel in der Besiedlungsdebatte des amerikanischen Kontinents eingeleitet hat.
Morphologische Merkmale ließen darauf schließen, dass der Kennewick-Mann mit den Ainu, den japanischen Ureinwohnern, verwandt war. Daher wurde über eine gesonderte Einwanderungswelle über die Beringstraße oder über das Beringmeer spekuliert. Die erstmalige Auswertung genetischer Analysen des Knochenmaterials ergaben aber Mitte 2015, dass der Kennewick-Mann eindeutig näher mit den Indianern Nordamerikas verwandt ist als mit irgendeiner anderen Menschengruppe. Die größte Übereinstimmung hat seine DNA mit der der Confederated Tribes of the Colville Reservation. Er wird im Allgemeinen als herumziehender Jäger gesehen; die steinerne Speerspitze und andere Verletzungen weisen auf Auseinandersetzungen hin.
Neben neuen wissenschaftlichen Thesen stieß der Fund auch Auseinandersetzungen zum Umgang mit den sterblichen Überresten an. So klagten die heutigen Bewohner des Gebiets, die Yakama, Umatilla, Nez Percé und Colville, vor Gericht, weil sie den als ihren Vorfahren reklamierten Mann beisetzen wollten. Die rechtliche Grundlage dafür bietet seit 1990 ein Gesetz (Native American Graves Protection and Repatriation Act; Abkürzung NAGPRA), in dem die Rückgabe von kulturellen Hinterlassenschaften der Indianer Nordamerikas an ihre Nachfahren geregelt wird. Verschiedene Anthropologen, darunter Grover Krantz, vertraten die Ansicht, dass die Überreste nicht durch die NAGPRA geschützt seien, da sie aufgrund anatomischer Unterschiede nicht als Vorfahren der heutigen Indianer gelten könnten. Der Rechtsstreit war 2010 noch nicht zu einer Klärung gelangt, da die Modifikation eines Paragraphen im NAGPRA-Gesetz erneut aufgeschoben wurde.
Das Gleiche gilt für den etwa von 8600 v. Chr. stammenden Fund aus Nevada, der als Spirit-Cave-Mann bezeichnet wird, der ebenfalls abweichende Charakteristika aufweist und als Vorfahre heutiger Indianerstämme reklamiert wird. Schließlich gehört die als Buhl Woman (nach Buhl in Idaho) bezeichnete weibliche Leiche in diese Reihe, die sogar über 10.000 Jahre alt ist, aber für die First Nations typische Züge aufweist. Sie wurde nach der wissenschaftlichen Analyse beigesetzt.
Alle diese Funde weisen möglicherweise auf Menschen aus dem pazifischen Raum hin, aber zugleich auch auf solche aus Nordasien, oder aber auf genetische Veränderungen innerhalb der Menschengruppen.
2010 sagte die Regierung zu, alle menschlichen Überreste – von insgesamt etwa 40.000 Individuen – an die Stämme zurückzugeben. Die Bestimmungen beziehen sich dabei nicht mehr auf den Nachweis einer genetischen Verwandtschaft, sondern nur noch darauf, auf welchem Stammesgebiet die Funde gemacht wurden. Damit könnte, falls dies von einem Stamm beantragt wird, der Kennewick-Mann beigesetzt werden.
46.225625-119.16907104Koordinaten: 46° 13′ 32″ N, 119° 10′ 9″ W